Börsenkurse, Aktienkurse: Die richtige Anlagestrategie
Gibt es die richtige Anlagestrategie? Diese
Frage ist extrem schwer zu beantworten. Am Ende hängt es von einem
selbst ab und was für ein Mensch man ist. Allerdings gibt es ein paar
Anhaltspunkte an denen man fest machen kann (nicht muß), ob und wann
und wie viel man in Aktien investieren soll oder nicht.
Teil 2: Anlagestrategien
Die eigene Lebensphase
Anteil am gesamten Anlagevermögen
Risikostreuung
Anlage in Aktien in der richtigen Marktphase
Anlage in Blue Chips
Anlage nach der höchsten Dividendenrendite
Anlage nach dem besten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)
Aktien sind spekulativ. D.h. Kurse können nach oben
schnellen, aber genauso gut nach unten abrutschen, bis hin zur Pleite
einer Firma und dem Totalverlust ihres Geldes. Sie sollten deshalb kurz
und auch mittelfristig nicht auf das in Aktien angelegte Geld
angewiesen sein, denn es kann sein, daß der Markt sich gerade in einer
Schwächephase befindet und sie sonst nur Aktien mit Verlust verkaufen
müssten. Sie sollten in Ihre Altersvorsorge nur dann auch mit Aktien
abdecken, wenn der Zeitpunkt des Eintritts ins Rentenalter noch weit
entfernt ist. Je näher er rückt, desto mehr sollten Sie sichere
Geldanlagen umschwenken.
Sie
sollten immer genügend Gelder für Ihr Leben und ggf. nötige
Anschaffungen in sicheren und kurzfristig verfügbaren Anlageformen
investiert haben und nicht in Aktien.
Mit der Anlage in Aktien werden Sie Eigentümer eines Unternehmens. Die angelegte Summe ist eng verknüpft mit dem Schicksaal dieser Firma. Firmen können Insolvenz gehen, oder auch nur schlecht im vergleich zu anderen Unternehmen im Markt abschneiden. Das alles ist für einen kleinen Aktionär, der seine Informationen aus der Presse erhält kaum absehbar. Insofern lohnt es sich immer auf mehrere Pferde zu setzen um ggf. den Ausfall eines Pferdes durch ein anderes kompensieren zu können. Dabei lohnt es sich auch bestimmte Branchenrisiken auszuschließen und z.B. nicht alles in Werte der Automobilindustrie zu stecken, sondern z.B. auch in Chemieunternehmen und der Banken zu investieren.
Aktienmärkte schwanken. In Konjunkturkrisen sind die Aktienkurse meist
am Boden. Während einer Aufschwungphase steigen die Kurse. Allerdings
laufen die Aktienmärkte meist der Marktentwicklung etwas vorweg. D.h.
die Kurse steigen wenn die Wirtschaft den Tiefpunkt erreicht hat in
Erwartung einer anziehenden Konjunktur bereits meist wieder. Die beten
Aussichten auf eine ordentliche Rendite hat man, wenn man im tiefsten
Punkt der zu mindestens sehr nahe an diesem investiert. Allerdings gibt
es auch das ungeschriebene Gesetz, daß man nie in einer Phase sinkender
Kurse investieren sollte, sondern nur in steigende. Auch lohnt häufiger
ein Blick in die Vergangenheit, wann ein Aktienindex das letzte Mal in
der Vergangenheit so tief gefallen war. Man bekommt somit ein Gefühl,
wie außergewöhnlich eine Rückgang des Marktes ist.
Blue Chips sind Unternehmen, die eine bestimmte Größe,
Bedeutung und Bekanntheit erreicht haben. Meist sind es die
Top-Unternehmen der großen Indizes wie DowJones, Eurostoxx 50, DAX oder
SMI. Die Geldanlage in solche Unternehmen gilt als verhältnismäßig
sicher. Außerdem werden solche Firmen auch intensiver in der
Berichterstattung der Wirtschaftspresse abgedeckt. Der Anleger bekommt
leichter mit, ob ein Unternehmen Probleme hat oder nicht. In letzter
Zeit wurde auch die "Systemrelevanz" von Unternehmen diskutiert.
Allerdings bedeutet dies nicht, daß Unternehmen insolvent und
Eigentümer enteignet werden, wie di Bespiele Hypo Real Estate und
General Motors zeigen.
Eine gängige Methode Einzelaktien nach ihrer
Investitionswürdigkeit zu beurteilen ist die Dividendenrendite. Sie
berechnet sich aus dem Verhältnis der letzten Dividende zum aktuellen
Börsenkurs. Je höher die Rendite desto vorteilhafter ist eine Aktie
nach diesem Kriterium. Die Dividendenrendite macht in gewisser weise
eine Aktie vergleichbar mit einer Anlage in festverzinsliche
Anlageformen. Allerdings wird wie bei den meisten solcher Kriterien
ein aktueller Kurs mit einem Vergangenheitswert in Verbindung gebracht.
Es kann aber sein, daß der aktuelle Kurs gerade deshalb so niedrig ist,
weil der Markt einen deutlich niedrigeren Unternehmenswert erwartet.
Dann würde eine hohe Dividendenrendite nicht für ein vorteilhaftes
Investment sprechen. Ein Aktienkurs kann auch verglichen zur Dividende
überproportional hoch sein. Dies ist typischerweise bei stark
wachsenden Unternehmen der Fall, bei denen quasi in der Gegenwart ein
zukünftig höheres Dividendenniveau eingepreist wurde. Dies bedeutet für
den Anleger, daß er den spezifischen Kontext einer Firma einschätzen
können muss, um eine günstige Investitionsgelegenheit zu
identifizieren.
Dieses Maß ist sehr ähnlich der Dividendenrendite und stellt den
letzten ermittelten Gewinn pro Aktie eines Unternehmens ins Verhältnis
zum aktuellen Börsenkurs (Kurs einer Aktie / Gewinn pro Aktie). Der
Wert ist sehr nahe an der Überlegung, wie viele Gewinnperioden, bei der
Annahme konstanter Gewinne braucht man um ein Investment zum
gegenwärtigen Aktienpreis durch das Investment wieder zu verdienen.
Auch dieser Wert ist rückwärtsgewandt. D.h. auch hier kann es sein, daß
gerade aufgrund der Erwartung geringer Gewinne der Kurs einer Aktie
gesunken ist. Bei dem in Bezug setzen mit letzten, noch hohen Gewinn,
ergibt sich ein zu positives Bild für den Kauf der Aktie. Umgekehrt
kann der Preis pro Aktie auch durch zukünftig positive
Ertragserwartungen nach oben getrieben worden sein. Auch hier wird der
Kauf einer Aktie geschönt.