Fonds
Fonds: Risiken streuen
Siehe auch: Sichere Geldanlage I Tagesgeld I Festgeld I Anleihen I Aktien I Fonds I Forex
Investmentfonds erfreuen sich einer steigenden Beliebtheit bei den Anlegern, zumal die Investmentfonds mittlerweile auf eine lange und erfolgreiche Geschichte zurückblicken. Vereinfacht gesagt, funktioniert ein Fonds wie folgt: das Geld von vielen Anlegern, das in einen Geldtopf (als Fondsvermögen bezeichnet) gesammelt ist, wird vom Fondsmanager verwaltet. Dieser kauft dann in Abhängigkeit der jeweiligen Strategie des Fonds Wertpapiere mit dem Ziel die angelegte Summe für die Anleger im Rahmen der Fondstrategie zu vermehren.
Dividenden und Zinserträge werden den Anlegern im Normalfall ausgeschüttet. Bei diesen Fonds sollten sie neben der Wertsteigerung auch die Dividende bei der Anlageentscheidung berücksichtigen. Fonds die die Dividenden und Zinserträge einbehalten, legen diese Beträge wieder an, was sich in einer höheren Wertsteigerung niederschlagen sollte. Diese Fonds nennt man thesaurierende Fonds.
Fondsanteile können Sie sowohl über eine Einmalzahlung, die Sie jederzeit tätigen können, als auch über einen Sparplan erwerben. Zum Beispiel können Sie die Riesterrente sowie die Vermögenswirksamen Leistungen, so weit sie von Ihrem Arbeitgeber gewährt werden, über einen Sparplan monatlich in Fondsanteilen einzahlen.
Wie verdient eine Fondsgesellschaft Geld?
Fondsgesellschaften verlangen üblicherweise einen sogenannten Ausgabeaufschlag, wenn Sie bei der Fondsgesellschaft direkt oder über Ihre Bank einen Fonds kaufen. Wenn Sie über die Börse Fonds kaufen entfallen diese Kosten. Es lohnt sich einen Kauf über die Börse zu erwägen, da je nach Fondstyp der Ausgabeaufschlag bis zu 5 % vom Preis des Fondsanteils betragen kann. Weitere Kosten sind Verwaltungsgebühren der Fondsgesellschaft und ggf. erfolgsabhängige Prämien. Beide Kosten laufen gegen die Dividende der Fonds bzw. die einbehaltenden Dividenden oder Zinsen. Emittenten Emittiert (herausgegeben) werden die Fonds in der Regel von Banken und Fondsgesellschaften. Bei der Erstausgabe wird vom Emittenten der so genannte Ausgabepreis festgelegt, zu dem Fondsanteile erworben werden können. Offene Fonds können frei über die Fondsgesellschaft selbst, Banken oder die Börse frei gehandelt werden. Allerdings kann es bei exotischeren Fonds sein, dass sie nur selten gehandelt werden und somit nicht einfach außerhalb der Fondsgesellschaft zu kaufen oder verkaufen sind.
Welche unterschiedlichen Fonds gibt es?
Für die Entscheidung, in einen Fonds zu investieren, ist es wichtig, die jeweilige Investitionsstrategie zu kennen: die Strategie, nach der das Fondsvermögen verwaltet wird. Sie umfasst zahlreiche Parameter und Merkmale, wie die oben beschriebenen geographischen oder Branchenschwerpunkte, oder z.B. nur in dividendenstarke Papiere oder stark wachsende Unternehmen zu investieren. Die Investitionsstrategie von Fonds ist öffentlich einsehbar. Wichtig ist zu wissen, dass ein Fonds sich auf seine Strategie verpflichtet. D.h. wenn ein Fonds z.B. einen Branchenschwerpunkt besitzt, diese Branche aber gerade durch eine echte Krise geht, ist es dem Fondsmanager trotzdem nicht möglich, einen anderen Branchenschwerpunkt zu wählen.
Aus der großen Anzahl der Fonds die richtigen Fonds für sie zu finden ist nicht einfach: Neben der Einteilung in Renten (Staats-, und Unternehmensanleihen), Aktien oder Immobilienfonds können Sie Fonds nach ihrem geographischen Investitionsschwerpunkt (Deutschland, Schwellenländer, Europa, Euro-Europa, Osteuropa, Nordamerika, Asien etc.) oder z.B. nach dem industriellen Schwerpunkt (Umwelttechnologie, Technologie, Rohstoffe, Immobilien) auswählen.
Eine interessante Form Aktienfonds sind die Indexfonds. Wie die Bezeichnung es andeutet, wird das Fondsvermögen eines Indexfonds angelegt, indem ein Aktienindex abgebildet wird. Bei einem Indexfonds auf den DAX wird das Fondsvermögen in allen Aktien, die im DAX sind, investiert und zwar nach der exakt gleichen Gewichtung der Werte im DAX. Durch die Anlage in einem Indexfonds sind Sie in allen Aktien des jeweiligen Index investiert.
Rentenfonds versus Aktienfonds
Rentenfonds und Aktienfonds sind die Klassiker unter den Fonds als Kapitalanlage. Sie unterscheiden sich generell in der Anlagestrategie, woraus die Risiken und die Chancen abgeleitet werden. Allgemein gelten Aktienfonds als risikoreicher gegenüber von Rentenfonds, was an den Kursschwankungen der Aktien als Anlage liegt. Entscheidend ist allerdings, zum einen, wie hoch der Aktienanteil im Fondsvermögen ist. Zum zweiten, in welchen Aktien es investiert ist. Rentenfonds wiederum gelten als risikoarmer gegenüber Aktienfonds. Hierbei kann ebenfalls nicht verallgemeinert werden. Denn auch die Rentenpapiere, in denen ein Rentenfonds investiert ist, haben nicht gleich hohe Kapitalsicherheit. Es gilt, sich immer über die Titeln zu informieren, in denen der jeweilige Fonds investiert, sowohl bei Rentenfonds als auch bei Aktienfonds. Fazit: die Rentenfonds sind risikoärmer, die Aktienfonds renditestärker. Anlageziele Je nach persönlichem Anlageziel und Anlagehorizont (Laufzeit der Anlage), kann jeder Investor die für ihn am besten passenden Fonds finden. Genau diese Flexibilität macht die Fonds für alle Sparer so interessant. Sie haben die Auswahl, in Fonds kurzfristig Geld anzulegen (Geld „parken“), oder aber Geld über Jahrzehnte einzuzahlen, um Vermögen zu bilden (vor allem Aktienfonds und Rentenfonds). In Deutschland stehen Ihnen mittlerweile mehr als 6000 Fonds (Aktienfonds, Rentenfonds, Geldmarktfonds) zur Auswahl. Den vollen Überblick behalten, ist schwer möglich. Um die richtige Fondsauswahl treffen zu können, gilt es, Infos über Investmentfonds zu sammeln und sich grundlegendes Wissen anzueignen.
Anlagerisiken von Fonds
Verglichen mit der Anlage in Festgeld und Tagesgeld unterliegen die Fonds Kursschwankungen und garantieren keine 100 % Sicherheit und weist somit ein höheres Risiko auf. Auch gibt es für Fonds keinen Anlagensicherungsfonds, der in die Breche springt, sollte die Fondsgesellschaft pleite gehen. Generell haben Aktienfonds viel stärkere Kursschwankungen als Rentenfonds. Fonds investieren meist in mehrere Wertpapiere. Daraus ergibt sich zunächst eine Risikoabnahme im Vergleich zum Einzelrisiko des jeweiligen Wertpapiers. Dividenden, Zinserträge werden natürlich auch entsprechend nivelliert, da es im Portfolio eines Fonds immer Wertpapiere gibt, die sehr gut und andere die eher schlecht abschneiden. In welche Wertpapiere ein Fonds investiert kann der Anleger nicht selbst entscheiden. Diese Entscheidung trifft ein Fondsmanager für Sie. Dieser kann natürlich irren und eine schlechte Entscheidung treffen. Insofern sollten Sie immer dann in Fonds investieren oder nur in solchen Industrien und Bereichen, bei denen Sie glauben, dass ein Fondsmanager bessere Kaufentscheidungen trifft als sie selbst.
Bei Fonds außerhalb des EURO-Währungsraums sollten Sie immer beachten, dass Sie zusätzlich die Währungsrisiken tragen und der Kurs abhängig vom Wechselkurs ist.
Was kann aus der Werteentwicklung in der Vergangenheit abgeleitet werden?
Über die Bedeutung der Wertentwicklung eines Fonds in der Vergangenheit scheiden sich die Experten-Meinungen weit auseinander. Genauer gesagt darüber, ob diese eine Garantie für zukünftige Ergebnisse darstellen kann oder nicht. Zwar kann die Wertentwicklung in der Vergangenheit sich wiederholen, die zukünftige Wertentwicklung kann durch sie dennoch nicht mit 100 % Sicherheit garantiert werden. Auch wenn Fondsmanager oft auf die gute Wertentwicklung in der Vergangenheit hinweisen, um zu belegen, dass diese auch für die Zukunft so bleiben wird.
Bedeutung der Ratingagenturen
Auf der Suche nach dem richtigen Fonds berufen sich viele Anleger auf Bewertungen und Empfehlungen der Ratingagenturen, deren Aufgabe ist, die Bonität von Wertpapieren herausgebenden Schuldnern (z. B. Emittenten von Rentenpapieren für Rentenfonds) zu prüfen. Doch im Zuge der aktuellen Finanzkrise haben die Ratingagenturen an Ansehen bei den Anlegern und die Anleger ihr Vertrauen in den Ratingagenturen verloren. Die zuvor weltweit anerkannten und hoch geschätzten Ratingagenturen (allen voran Moodys und Standard & Poors) sind extrem in die Kritik geraten. Und zwar, weil sie die Situation auf den Finanzmärkte hätten viel früher erkennen und ihre Ratingeinstufungen korrigieren müssen. Nichts desto trotz sollten die Urteile von Ratingagenturen für Ihre Anlageentscheidung eine wichtige Rolle spielen.
Weiterführende Links:
Siehe auch: Sichere Geldanlage I Tagesgeld I Festgeld I Anleihen I Aktien I Fonds I Forex
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