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Anlagestrategien

Von: Martin Niemeier

Wann sollten Sie in Aktien investieren und wann nicht

Zum ersten Teil: Aktien

Gibt es die richtige Anlagestrategie? Diese Frage ist extrem schwer zu beantworten. Am Ende hängt es von einem selbst ab und was für ein Mensch man ist. Allerdings gibt es ein paar Anhaltspunkte an denen man fest machen kann (nicht muß), ob und wann und wie viel man in Aktien investieren soll oder nicht.

Die eigene Lebensphase

Aktien sind spekulativ. D.h. Kurse können nach oben schnellen, aber genauso gut nach unten abrutschen, bis hin zur Pleite einer Firma und dem Totalverlust ihres Geldes. Sie sollten deshalb kurz und auch mittelfristig nicht auf das in Aktien angelegte Geld angewiesen sein, denn es kann sein, daß der Markt sich gerade in einer Schwächephase befindet und sie sonst nur Aktien mit Verlust verkaufen müssten. Sie sollten in Ihre Altersvorsorge nur dann auch mit Aktien abdecken, wenn der Zeitpunkt des Eintritts ins Rentenalter noch weit entfernt ist. Je näher er rückt, desto mehr sollten Sie sichere Geldanlagen umschwenken.

Anteil am gesamten Anlagevermögen

Sie sollten immer genügend Gelder für Ihr Leben und ggf. nötige Anschaffungen in sicheren und kurzfristig verfügbaren Anlageformen investiert haben und nicht in Aktien.

Risikostreuung

 
Mit der Anlage in Aktien werden Sie Eigentümer eines Unternehmens. Die angelegte Summe ist eng verknüpft mit dem Schicksaal dieser Firma. Firmen können Insolvenz gehen, oder auch nur schlecht im vergleich zu anderen Unternehmen im Markt abschneiden. Das alles ist für einen kleinen Aktionär, der seine Informationen aus der Presse erhält kaum absehbar. Insofern lohnt es sich immer auf mehrere Pferde zu setzen um ggf. den Ausfall eines Pferdes durch ein anderes kompensieren zu können. Dabei lohnt es sich auch bestimmte Branchenrisiken auszuschließen und z.B. nicht alles in Werte der Automobilindustrie zu stecken, sondern z.B. auch in Chemieunternehmen und der Banken zu investieren.
 

Anlage in Aktien in der richtigen Marktphase

 
Aktienmärkte schwanken. In Konjunkturkrisen sind die Aktienkurse meist am Boden. Während einer Aufschwungphase steigen die Kurse. Allerdings laufen die Aktienmärkte meist der Marktentwicklung etwas vorweg. D.h. die Kurse steigen wenn die Wirtschaft den Tiefpunkt erreicht hat in Erwartung einer anziehenden Konjunktur bereits meist wieder. Die beten Aussichten auf eine ordentliche Rendite hat man, wenn man im tiefsten Punkt der zu mindestens sehr nahe an diesem investiert. Allerdings gibt es auch das ungeschriebene Gesetz, daß man nie in einer Phase sinkender Kurse investieren sollte, sondern nur in steigende. Auch lohnt häufiger ein Blick in die Vergangenheit, wann ein Aktienindex das letzte Mal in der Vergangenheit so tief gefallen war. Man bekommt somit ein Gefühl, wie außergewöhnlich eine Rückgang des Marktes ist.    

 

Anlage in Blue Chips

Blue Chips sind Unternehmen, die eine bestimmte Größe, Bedeutung und Bekanntheit erreicht haben. Meist sind es die Top-Unternehmen der großen Indizes wie DowJones, Eurostoxx 50, DAX oder SMI. Die Geldanlage in solche Unternehmen gilt als verhältnismäßig sicher. Außerdem werden solche Firmen auch intensiver in der Berichterstattung der Wirtschaftspresse abgedeckt. Der Anleger bekommt leichter mit, ob ein Unternehmen Probleme hat oder nicht. In letzter Zeit wurde auch die "Systemrelevanz" von Unternehmen diskutiert. Allerdings bedeutet dies nicht, daß Unternehmen insolvent und Eigentümer enteignet werden, wie di Bespiele Hypo Real Estate und General Motors zeigen.

Anlage nach der höchsten Dividendenrendite

Eine gängige Methode Einzelaktien nach ihrer Investitionswürdigkeit zu beurteilen ist die Dividendenrendite. Sie berechnet sich aus dem Verhältnis der letzten Dividende zum aktuellen Börsenkurs. Je höher die Rendite desto vorteilhafter ist eine Aktie nach diesem Kriterium. Die Dividendenrendite macht in gewisser weise eine Aktie vergleichbar mit einer Anlage in festverzinsliche Anlageformen.  Allerdings wird wie bei den meisten solcher Kriterien ein aktueller Kurs mit einem Vergangenheitswert in Verbindung gebracht. Es kann aber sein, daß der aktuelle Kurs gerade deshalb so niedrig ist, weil der Markt einen deutlich niedrigeren Unternehmenswert erwartet. Dann würde eine hohe Dividendenrendite nicht für ein vorteilhaftes Investment sprechen. Ein Aktienkurs kann auch verglichen zur Dividende überproportional hoch sein. Dies ist typischerweise bei stark wachsenden Unternehmen der Fall, bei denen quasi in der Gegenwart ein zukünftig höheres Dividendenniveau eingepreist wurde. Dies bedeutet für den Anleger, daß er den spezifischen Kontext einer Firma einschätzen können muss, um eine günstige Investitionsgelegenheit zu identifizieren.

Anlage nach dem besten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Dieses Maß ist sehr ähnlich der Dividendenrendite und stellt den letzten ermittelten Gewinn pro Aktie eines Unternehmens ins Verhältnis zum aktuellen Börsenkurs (Kurs einer Aktie / Gewinn pro Aktie).  Der Wert ist sehr nahe an der Überlegung, wie viele Gewinnperioden, bei der Annahme konstanter Gewinne braucht man um ein Investment zum gegenwärtigen Aktienpreis durch das Investment wieder zu verdienen. Auch dieser Wert ist rückwärtsgewandt. D.h. auch hier kann es sein, daß gerade aufgrund der Erwartung geringer Gewinne der Kurs einer Aktie gesunken ist. Bei dem in Bezug setzen mit letzten, noch hohen Gewinn, ergibt sich ein zu positives Bild für den Kauf der Aktie. Umgekehrt kann der Preis pro Aktie auch durch zukünftig positive Ertragserwartungen nach oben getrieben worden sein. Auch hier wird der Kauf einer Aktie geschönt.

 

Zum ersten Teil: Aktien

Weiterführende Links:

Siehe auch: Sichere Geldanlage I Tagesgeld I Festgeld I Anleihen I Aktien I Fonds I Forex



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