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Yoga

Yoga - eine Einführung

Yoga ist eine Lehre, welche heutzutage auch in westlichen Welt eine hohe Popularität genießt. Doch Yoga ist mehr als nur eine einfache sportlich-geistige Aktivität. In seiner Urform ist es eine klassische Meditationsform, die auf eine variantenreiche Geschichte zurückblicken kann.



Geschichte und Herkunft

Yoga stammt aus Indien und wurde bereits im Sanskrit erwähnt. Eine Übersetzung von Yoga erweist sich dabei als ein durchaus komplexes Unterfangen. So hat dieses ursprünglich einerseits in etwa die Bedeutung von "anjochen" im Sinne des Verknüpfens. Moderne Interpretationen gehen aber mehr von einer Bedeutung im Sinne von "Integration" und "Vereinigung" aus, was den Charakter des Unterwerfens entscheidend abschwächt. Historisch betrachtet war Yoga ursprünglich ein religiöser Akt, der dem Gläubigen dabei helfen sollte, sich selbst und damit nicht zuletzt auch die Erlösung zu finden. Die Form der Erlösung hängt wiederum von der einzelnen Gattung des Yoga ab. So sieht das Raja Yoga die Erlösung beispielsweise als einen Zustand völliger Stille und Leere, wohingegen das Jnana Yoga die Wiedergeburt anstrebt. Aufgrund dieser Glaubensvorstellungen entwickelten sich die einzelnen Ausprägungen unterschiedlich, da hiermit letztlich auch differenzierte Ziele verfolgt wurden. Nichtsdestotrotz können all diese ursprünglichen Ausprägungsformen dennoch primär dem Buddhismus und teils auch dem Hinduismus zugeordnet werden. Erste Belege für die Wurzeln des Yoga lassen sich etwa auf 700 v. Chr. datieren. So wurde hier in dem Werk der Upanishaden, welches bis heute überliefert ist, bereits auf Übungen für die Dhyana eingegangen. Bei letzterer handelt es sich um eine Atemübung, welche in zahlreichen späteren Lehren als Grundbaustein der Techniklehre diente.

Hauptstilrichtungen des Yoga

Das klassische Yoga kann in vier primäre Stilrichtungen differenziert werden. All diese dienen, wie bereits angeklungen, leicht unterschiedlichen Zielen und setzen deshalb auf unterschiedliche Schwerpunkte.

In diesem Zusammenhang kann zunächst das Raja Yoga genannt werden. Dieses sieht den Zweck des Yogas in einer völligen Ruhe des Geistes. Es basiert dabei auf acht Stufen, deren Erfüllung graduell zur absoluten inneren Ruhe führen sollen. So basiert es auf der Yama, den fünf Regeln der Enthaltung, welche den Prinzipien der zehn Gebote ähneln. Über die Nyama, den fünf Verhaltensregeln, wird schließlich auf die Asana, Pranayama und Pratyahara eingegangen. Bei diesen drei Stufen handelt es sich um die Grundfertigkeiten für das eigentliche Yoga. Die letzten drei Stufen, das Dharana, Dhyana und Samadhi, führen den Gläubigen schließlich über die Konzentration und Meditation zur wahrhaftigen Erleuchtung.

Darüber hinaus ist auch das Jnana Yoga zu nennen. Dieses basiert auf der Grundannahme, dass der Mensch immer wieder geboren wird, da er schlicht unwissend ist. Das Jnana Yoga soll dem Gläubigen daraufhin dabei helfen, den Weg des Wissen zu beschreiten und jene Wahrheit zu erfahren, welche zum Ausbruch aus dem Kreislauf benötigt wird. Als Grundsäulen werden in diesem Zusammenhang das Shravana, Manana und Nididhyasana gelehrt. Bei diesen handelt es sich um die formulierten Einweisungen, sich einem Guruunterricht zu unterziehen, das gelehrte Wissen zu verinnerlichen und sich bis zur Perfektion in der Meditation zu üben. Des Weiteren werden dem Schüler Aufträge gegeben, deren Ausführung den Weg erleichtern sollen. Letztlich soll so der Brahma - der absoluten Wahrheit - näher gekommen werden, bis diese schließlich erreicht ist.

Das Karma Yoga strebt wiederum die absolute Gleichgültigkeit des Gläubigen an. Eben durch diese Gleichgültigkeit soll dieser in die Lage versetzt werden, aus dem Zirkel der Wiedergeburten ausbrechen zu können. Es zeichnet sich dabei vor allem durch seine aktiven und teils anstrengenden Handlungsschritte innerhalb der einzelnen Übungen aus.

Zuletzt ist noch das Bhakti Yoga zu nennen. Dieses sieht Yoga als die einzige Möglichkeit, Gott wirklich nahe zu kommen und diesen zu erreichen. Diese Erreichung der Nähe wird durch die sogenannten Rasas vorgeschrieben. So soll der Mensch eine Shanti-rasa pflegen, worunter die neutrale Beziehung zu Gott fällt. Darüber hinaus soll Gott nach den restlichen vier Prinzipien als Herr, Freund, Kind und Geliebter aufgefasst werden. Bei den einzelnen Bhakti Übungen steht deshalb Gott und die Beziehung zu diesem im Vordergrund. Yoga wird dabei als ein Instrument betrachtet, an dieser Beziehung zu arbeiten und die Nähe zu Gott auszubauen.

Yogas heutige Popularität und gesundheitliche Auswirkungen 

Die jüngere Entwicklung des Yoga ist durchaus interessant. So stellt sich die Frage, wie aus einer klassischen fernöstlichen religiösen Meditationsform ein Trend in der westlichen Welt werden konnte. Zur Popularität dürften einerseits moderne Formen des Yoga beigetragen haben. So stellt beispielsweise das Bikram Yoga vielmehr ein sportliches Training als eine Form der Religionsausübung dar. Des Weiteren erfuhr Yoga aber auch im Laufe des Fitnesstrends einen enormen Aufschwung. So suchten im Zuge dessen Menschen im Laufe der letzten Jahrzehnte nach Möglichkeit, dem hektischen und schnellen Alltag in der Freizeit zu entkommen. Yoga ist dabei eine interessante Alternative, da es einerseits die Ruhe des Geistes verspricht, andererseits aber auch eine sportliche Belastung darstellt, die dem oftmals bewegungsarmen Berufsleben entgegenwirkt. Aber auch die gesundheitlich positiven Auswirkungen dürften zum heutigen Erfolg beigetragen haben. So soll Yoga den Ausführenden nicht nur im Geiste beruhigen und so zu einer größeren Entspannung und Zufriedenheit im Alltagsleben sorgen. Vielmehr soll diese Meditationsform auch körperliche Leiden lindern und prophylaktisch wirken. Insbesondere bei aktiven Stilen des Yogas werden Belastungsparameter erzielt, die einem Grundlagen-Ausdauertraining ähneln oder für einen merklichen Kraftzuwachs führen. Aber auch die Gelenkigkeit nimmt in der Regel zu, da oftmals unorthodoxe Haltungen angenommen und hohe Bewegungsamplituden bewältigt werden müssen.

Die Kunst des Yoga ist äußert komplex und das Erfassen dieser ein langer Prozess. Die erste Entscheidung dürfte jene sein, welcher speziellen Ausrichtung man selbst nachgehen will. Neben Yoga gibt es natürlich in Fitnessstudios ein breitgefächertes Angebot für aktiven Sport. Wer hierzu Fragen hat, empfehlen wir, sich an die Sportlercommunity sportlerfrage.net zu wenden.

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