Grippe
Grippe (Influenza) - alles Wissenswerte
Siehe auch: Grippe I Schweinegrippe I Erkältung
Dieser Artikel ersetzt keinen Besuch beim Arzt!
Die dunkleren Monate des Jahres sind Erkältungszeit, in denen allerorten geniest und gehustet wird. Wann aber handelt es sich um eine harmlose Erkältung und wann um eine Grippe (engl. Influenza)? Beide Erkrankungen werden durch Viren ausgelöst und basieren auf Ansteckung. Der Unterschied zwischen einer Erkältungskrankheit, auch als „grippaler Infekt“ bezeichnet, und einer „echten“ Grippe ist erheblich. Die Grippe kann in Epidemien mit starker örtliche und zeitliche Häufung auftreten und in den schwersten Fällen tödlich verlaufen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen mit angegriffener körperlicher Situation, aber auch bei jüngeren Menschen schwächt eine Grippe den Körper noch Wochen nach der Genesung. Eine Grippe-Schutzimpfung mit einem, auf den aktuellen Influenzavirus abgestimmten Impfstoff, stellt eine wirksame Vorbeugung dar.
Der „grippale Infekt“ klingt von selbst wieder ab
Unter dem Begriff „grippaler Infekt“ werden die unterschiedlichen Symptome von Erkältungskrankheiten zusammengefasst. Es handelt sich dabei um Infektionen, die nicht durch Influenzaviren sondern durch andere Virusarten, wie z.B. Rhinoviren, ausgelöst werden. Ein Virus besteht aus genetischem Material und ist von einer Proteinhülle umgeben. Die Erkältungsviren werden in der Regel durch direkten Hautkontakt (Händeschütteln) und seltener durch Tröpfcheninfektion übertragen. Die Symptome sind unangenehm, aber in der Regel harmlos, wie Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Schlappheit und Druck in den Nasennebenhöhlen. Der Schnupfen ist die häufigste Begleiterscheinung einer Erkältung. Nach ungefähr zehn bis vierzehn Tagen, inklusive einer akuten Phase von drei bis fünf Tagen, klingt ein grippaler Infekt von selbst ab. Nur bei heftigeren Verläufen, wie z.B. bei lang andauerndem Fieber, Kreislaufbeschwerden und bei Verdacht auf Bronchitis, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Da die Erkältung derzeit von ca. 150 bis 200 verschiedenen Arten von Viren ausgelöst wird, ist es nicht möglich, einen wirksamen Impfstoff gegen Erkältung zu entwickeln. Da eine Schutzimpfung gegen einen grippalen Infekt nicht möglicht ist, kann nur mit einer generellen Stärkung der Abwehrkräfte vorgebeugt werden.
Grippe (Influenza) - die echte Grippe
Der Beginn einer Grippe (Influenza) verläuft ungleich heftiger. Plötzlich auftretendes hohes Fieber (39 Grad Celsius), Muskelschmerzen, Schüttelfrost, Kreislaufbeschwerden sowie Entzündungen der Nasenneben- und Stirnhöhlen. Bei schweren Verläufen können die Organe lebensbedrohlich geschädigt werden. Die Schlagfolge des Herzens kann sich verlangsamen und es kann zur Leberschwellung und zur Schädigung des Nervensystems kommen. Unkompliziert verlaufend ist die Grippe in vier bis acht Tagen vorüber, aber die Rekonvaleszenz braucht noch einige Zeit. Dass sich die Betroffenen in dieser Zeit schonen ist wichtig, um Folgeschäden zu vermeiden.
Die Diagnose der Grippe erfolgt über das Blutbild und die Bestimmung der Anzahl bzw. Verminderung der Leukozyten (weißen Blutkörperchen). Der Influenzavirus selbst lässt sich im Rachensekret und Stuhl sowie durch einen serologischen Antikörpertest nachweisen. Bei Verdacht auf eine Influenza, ist Selbstmedikation die falsche Reaktion. In diesem Fall der zeitnahe Gang zum Arzt angebracht. Die Influenza wird durch Kontakt und Tröpfcheninfektion übertragen. Besonders gefährdete Menschen, wie Personen über sechzig Jahre und medizinisches Personal im Kontakt mit Risikopatienten, sollten sich alljährlich impfen lassen. Sind die Grippesymptome bereits aufgetreten, kann ein sogenanntes „Rekonvaleszentenserum“ verabreicht werden. Dabei handelt es sich um ein Serum von Personen, die die Infektion überstanden haben. Das Heimtückische an den Influenzaviren ist, dass sie sich von Jahr zu Jahr verändern.
Tamiflu mit dem Wirkstoff Oseltamivir – ein modernes Medikament gegen Influenza
Bei rechtzeitiger Behandlung wirkt das orale Medikament Tamiflu gegen Influenza-Viren vom Typ A und B. Tamiflu wird in Tablettenform verabreicht. Seine Wirkung ist sehr spezifisch, es hemmt das Viren-Enzym Neuraminidase. Das bedeutet, dass die antigene, schädliche Wirkung des Viren-Oberflächenproteins gehemmt wird. Die Wirksamkeit des Medikamentes ist sehr gut, es können jedoch negative Wechselwirkungen mit Acetysalicylsäure (ASS)- haltigen Medikamenten, wie z.B. Aspirin auftreten. Auch Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen können auftreten. Eher selten sind allergische Reaktionen der Atemwege. Bei einer zusätzlichen bakteriellen Superinfektion ist eine Behandlung mit Antibiotika erforderlich.
Unterschiedliche Ausbreitungsformen der Grippe
Bei den Influenzaviren unterscheidet man generell Influenza A-, B- und C-Viren. Weltweite Grippeepidemien wurden bisher meist vom Virustyp A ausgelöst. Häufen sich Grippefälle zeitlich und räumlich, handelt es sich eher um den B-Typus. Von einer Influenza sind alle Personen jeglichen Alters betroffen. Die durch eine Schutzimpfung erworbene Immunität schützt nur für wenige Monate und auch nur gegen die aktuelle Virusvariante. Das trägt wesentlich zur Gefährlichkeit von Grippeerkrankungen bei. Meist tritt die Influenza endemisch (kontinuierliches Auftreten in einem begrenzten Gebiet) alle ein bis drei Jahre auf, besonders in den Wintermonaten. Um eine Epidemie handelt es sich, wenn die Grippeerkrankung mit starker Häufung, aber regionaler und zeitlicher Begrenzung vorkommt.
Die Grippe-Pandemie – das größte Risiko für die Menschen
Von einer Grippe-Pandemie spricht man, wenn sich die Grippeerkrankung über zahlreiche Länder und Kontinente ausbreitet. Ein pandemischer Ausbruch der Grippeerkrankung erfolgt im zeitlichen Abstand von Jahrzehnten. Auf den „russischen Schnupfen“ in den Jahren 1889-1892 folgte im Jahr 1918 die als „spanische Grippe“ bezeichnete schwere Grippe-Pandemie mit 500 Mio. Erkrankten und 22 Mio.Todesfällen. Rund dreißig Jahre später kam die „asiatische“ Grippe. Nach zehn Jahren zeigte sich Grippeerkrankung die als „Hongkong-Grippe“ bezeichnet wurde und sich von Hongkong ausgehend über die Welt verbreitete. Diese Grippe-Pandemien zeigen uns, dass der Influenzavirus eine ernst zu nehmende Bedrohung darstellen kann, der mit ausgezeichneter Forschung und der Entwicklung wirksamer Impfstoffe begegnet werden muss.
Hinweis: In keinem Fall ersetzt das Lesen des Artikels und die hier gegebenen Informationen den Besuch eines Arztes! Paperball garantiert nicht die Richtigkeit der hier gemachten Angaben.Weiterführende Links:
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