Fernstudium Architektur
Fernstudium Architektur: Übersicht und Job-Perspektiven
Fernstudium Architektur? Wer bei diesem verlockend klingenden Studienangebot stutzig wird, liegt richtig, denn natürlich lässt sich ein derartig komplexes und aus zahlreichen Theorie- und Praxiselementen zusammengesetztes Studienfach nicht in einem Fernstudium vermitteln, schon gar nicht in einem berufsbegleitenden Studium. Wer anhand dieses interessanten Schlagworts tiefergehend sucht, findet zwar einige Fernstudien-Angebote, zum Beispiel des in Hamburg ansässigen ILS (Institut für Lernsysteme GmbH), einem Unternehmen der Klett Verlagsgruppe.
Für angehende Architekten leider gänzlich ungeeignet: Der ILS-Fernlehrgang Raumgestaltung / Innenarchitektur
Dieser Fernlehrgang hat allerdings nichts mit dem klassischen Berufsfeld Architektur zu tun, er trägt dementsprechend die Bezeichnung "Raumgestaltung / Innenarchitektur" und hat als Zielgruppe nicht angehende Architekten sondern Tischler, Kunstgewerbetreibende, Dekorateure, Raumausstatter sowie Fachverkäufer in den Bereichen Möbel und Einrichtungsgegenstände. Ziel des Fernlehrganges ist laut Eigenwerbung des Anbieters die Erhöhung der "Mitbestimmungsfähigkeit bei Einrichtungsfragen", also eine sehr schwammige Zielsetzung, die wohl eher Personen ansprechen soll, die sich bisher und zukünftig eher hobbymäßig mit der Thematik Innenarchitektur beschäftigen. Dementsprechend niedrig sind denn auch die Zugangsvoraussetzungen für diesen dennoch sicherlich recht informativen Fernlehrgang angesetzt: Es sind keine schulischen Voraussetzungen nötig, lediglich eine gewisse Begeisterungsfähigkeit für die zeichnerische Gestaltung sollte von den Kandidaten mitgebracht werden.
Rühmliche Ausnahme: Masterstudiengang "Bauen mit Bestand" an der Hochschule Wismar
Glücklicherweise liegt das Gebiet Architektur im Fernstudium nicht ganz brach, im deutschsprachigen Raum gibt es, allerdings erst seit dem Studienjahr 2011/2011 eine einzige rühmliche Ausnahme, den Master- bzw. Aufbaustudiengang "Bauen mit Bestand" in Wismar, an der Hochschule Wismar - University of Applied Sciences: Technology, Business and Design. Diese staatliche Hochschule ist sowohl national als auch international hervorragend verankert und ist die drittgrößte Fachhochschule im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Als staatliche Institution unterliegen die dort angebotenen Präsenz- und Fernstudiengänge natürlich einem besonders hohen Qualitätsstandard und die erworbenen Abschlüsse erfahren internationale Anerkennung. Dieser Studiengang trägt dem bisher eher stiefmütterlich behandelten Gebiet des Bauens im Bestand Rechnung, denn die adäquate Erweiterung und der Umbau von bereits bestehenden Bauten ist eine genuine Aufgabe von professionellen Architekten. Die energetische Sanierung von Gebäuden, die ja diesem Bereich ebenfalls zuzurechnen ist, ist sogar noch mehr, nämlich ein echter architektonischer Zukunftstrend mit großer Perspektive. Da der Aufbaustudiengang "Bauen mit Bestand" mit einem Master nach den Bologna-Standards abschließt, ist natürlich klar, dass für eine Teilnahme ein grundständiges Studium der Architektur an einer FH oder Uni vorausgesetzt wird. Die Zielgruppen dieses berufsbegleitenden Studienganges sind also Architektinnen und Architekten, Innenarchitektinnen und Innenarchitekten sowie weibliche und männliche Bauingenieure, die neben einem erfolgreich abgeschlossenen Hochschulstudium auch bereits über einige Jahre praktische Berufserfahrung verfügen. Der Aufbau des Fernstudienganges ist natürlich auch dementsprechend an die besonderen Erfordernisse dieser Zielgruppe angepasst, sowohl in zeitlicher als auch in räumlicher Hinsicht. Die Zeiteinteilung während des Studiums ist flexibel und die Hochschule konnte in vielen deutschen Städten kompetente Architekten und Architekturbüros als lokale Ansprechpartner für die Studentinnen und Studenten gewinnen.
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Allgemeine berufliche Perspektiven für Architektinnen und Architekten
Auch heute sind die Berufsaussichten von exzellent ausgebildeten Architekten nach wie vor gut, sowohl im Neubau von Eigenheimen und Gewerbeimmobilien als auch in deren energetischer Grundsanierung ist die Expertise von Architekten und Statik-Spezialisten sehr gefragt. Wer allerdings eine berufliche Laufbahn als Architektin oder Architekt anstrebt, kommt auf kurze, und sicher auch auf mittlere Sicht, keinesfalls an einem Präsenzstudiengang an einer Universität oder Fachhochschule vorbei. Lehrgänge zu den Themen Innenarchitektur und Raumausstattung bringen Menschen mit dem Interesse an einem Architektur-Studium leider nicht weiter, inhaltlich sinnvolle Aufbaustudiengänge im In- und Ausland können hingegen für die Absolventen höchst sinnvoll sein. Das dort erworbene Spezialwissen hebt die Absolventen aus der Masse der Architekten hervor und sichert ihnen unter Umständen im späteren Berufsleben interessante Projekte und lukrative Spezialaufträge.
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