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Berufsbegleitendes Studium

Berufsbegleitendes Studium - Möglichkeiten und Chancen für Job und Karriere

Berufliches Fortkommen setzt in Deutschland, trotz einer mittlerweile steigenden Zahl von Quereinsteiger-Karrieren, oft ein erfolgreich absolviertes Studium voraus. Wer hier bisher "nur" eine Berufsausbildung und einige Jahre praktische Berufserfahrung vorweisen kann, dem bleiben nicht selten interessante Positionen verschlossen. Aber auch Berufstätige, die bereits ein Erststudium erfolgreich abgeschlossen haben, verspüren oft den Drang sich durch ein berufsbegleitendes Studium noch weiter zu entwickeln und weitere Karriere-Schritte in Angriff zu nehmen. Bevor man hier aber eine vorschnelle Entscheidung zu Gunsten eines immerhin recht kostspieligen berufsbegleitenden Studiums trifft, sollten die Vor- und Nachteile dieser Art des Studiums gründlich abgewogen werden.

Die Vorteile eines berufsbegleitenden Studiums

Der größte Vorteil, aber zugleich auch ein bedeutender Nachteil, des berufsbegleitenden Studiums ist sicherlich die große Flexibilität, die meist sehr freie Zeiteinteilung beim Studieren und Lernen sowie das Fehlen von allzu vielen Präsenzveranstaltungen, die zwingend eine körperliche Anwesenheit erfordern. Die Studenten haben so die Möglichkeit ihr Lernpensum flexibel zu gestalten und, je nach aktueller Anforderung, dem Studium oder der hauptberuflichen Tätigkeit mehr Priorität einzuräumen. Diese Flexibilität ist allerdings beim berufsbegleitenden Studium auch bitter nötig, denn schließlich kann es eine gigantische Herausforderung sein, einen erfolgreichen beruflichen Alltag in einem Vollzeitjob mit gründlichem Lernen an den Abenden und an den Wochenenden in Einklang zu bringen. Zum Glück hat sich die Betreuungsqualität während des Studiums zuletzt stark verbessert und auch neue technische Möglichkeiten erschlossen. Während sich Fernstudien und berufsbegleitende Studiengänge noch vor wenigen Jahren auf den Austausch von Lernmaterialien und Übungsaufgaben per Post oder Fax beschränkten, eröffnet das World Wide Web und das so genannte E-Learning einen ganzen Kosmos von neuartigen Lernmöglichkeiten und Formen des qualifizierten Studiums, welches tatsächlich fast ganz ohne Präsenzelemente auskommt. Die Studentinnen und Studenten profitieren von diesen neuen Möglichkeiten durch flexiblere Lernarten, zum Beispiel hochwertige Seminare und Vorlesungen, die entweder live oder zeitversetzt besucht werden können. Auch ganz moderne Web- Web 2.0-Anwendungen wie Live Streams, Podcasts und Webcasts haben mittlerweile verstärkt Einzug in die Welt des berufsbegleitenden Studiums gehalten. Auch der früher kaum vorhandene Kontakt und die so wertvolle Kommunikation zwischen den Fernstudentinnen und Fernstudenten wird über das Medium Internet beträchtlich gestärkt. Die Studenten können sich so beispielsweise in Foren über Lerninhalte und Lernmethoden austauschen, virtuelle oder sogar reale Lerngruppen bilden und wertvolle Business-Kontakte für das weitere Berufsleben knüpfen. Diese Kontaktpflege findet schließlich auch in vielen Studienfächern an Präsenzuniversitäten statt und ist nachweislich ein wichtiger Faktor für den späteren beruflichen Erfolg. Zugegebenermaßen, nicht alle Abschlüsse von Fernstudiengängen und berufsbegleitenden Präsenzstudiengängen sind staatlich voll anerkannt, bei Arbeitgebern und Personalverantwortlichen sind sie hingegen sehr gern gesehen, schließlich ist ein parallel zum Beruf erfolgreich abgeschlossenes Studium ein unzweifelhafter Nachweis über das gute Durchhaltevermögen, die hohe Belastbarkeit und nicht zuletzt die hohe berufliche Motivation der Absolventinnen und Absolventen.

Berufsbegleitendes Studium - Nachteiliges

Leider bietet ein berufsbegleitendes Studium nicht nur Vorteile und Karriere-Chancen sondern bringt in so gut wie allen Fällen einige beträchtliche objektive und subjektive Nachteile mit sich, die dafür sorgen, dass es bei berufsbegleitenden Studien auch heute noch eine sehr hohe Abbrecherquote gibt. Der Prozentsatz der Studienabbrecher liegt wesentlich höher als bei regulären Präsenzstudiengängen an Universitäten und Fachhochschulen und zwar unabhängig von der gewählten Studienrichtung. Der Hauptgrund für diesen hohen Anteil an Studienabbrechern ist ganz sicher die Doppelbelastung von Studium und Beruf. Auch der fehlende Austausch mit Kommilitoninnen und Kommilitonen wirkt sich meist deutlich negativ aus, auf diese trifft man als Studentin oder Student im berufsbegleitenden Studium schließlich meist nur während einer der seltenen Präsenzveranstaltungen. Darüber hinaus hat nicht jeder, der berufsbegleitend studieren möchte, um sich später beruflich weiterzuentwickeln auch das unbedingt nötige Durchhaltevermögen für eine berufsbegleitendes Studium über ein oder mehrere Jahre. Auch der Verlust an Freizeit und Privatleben sollte keinesfalls unterschätzt werden, denn die Abende, und meist auch gute Teile der Wochenenden, sollten im Sinne eines guten Studienerfolges für das Lernen und die Lektüre reserviert sein. Bevor der oder die Studierende also eine beträchtliche Geldsumme für ein berufsbegleitendes Studium investiert, sollte der eigene Durchhaltewille und die eigene Lerndisziplin kritisch hinterfragt werden. Wer schon zu Schulzeiten oder im Erststudium keine oder wenig Schwierigkeiten damit hatte eigenverantwortlich und diszipliniert zu lernen, wird meist auch in einem herausfordernden berufsbegleitenden Studium erfolgreich bestehen können. Ein weiterer Nachteil eines Studiums parallel zum Berufsleben können die unter Umständen negativen Auswirkungen der zeitlichen Belastungen des Studierens auf die berufliche Tätigkeit sein. Wer hier keinen verständnisvollen Vorgesetzten hat, kommt möglicherweise schnell in die Bredouille, denn der Arbeitgeber hat meist sehr klare Ansichten darüber, wo genau die Prioritäten im Spannungsfeld zwischen Beruf und Studium liegen sollten. Um auf diesem Gebiet mögliche Nachteile abzuwenden, sollte möglichst schon deutlich vor Studienbeginn der Kontakt mit dem Arbeitgeber gesucht werden. Viele Arbeitgeber wissen nämlich Eigeninitiative, Fortbildungsinteresse und Durchhaltevermögen bei ihren Mitarbeitern sehr wohl zu schätzen, sie möchten eben gerne in die Planungen mit einbezogen werden. Arbeitgeber und Unternehmen mit Blick für die Zukunft werden hier sogar so weit gehen ihren Mitarbeitern mit berufsbegleitendem Studium soweit wie möglich entgegen zu kommen, zum Beispiel in Gestalt von flexiblerer Arbeitszeit- oder Urlaubszeitgestaltung. 

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